"Früher war ich glücklich.

 

Da war meine Mama, sie war so warm und kümmerte sich um mich.

Da waren meine Geschwister und spielten mit mir.

 

Dann kamst Du. Du hast mich mitgenommen, weg von Mama und Geschwistern, und ich bin alleine.

 

Ich habe Angst und rufe nach meiner Familie, aber da kommst nur Du. Am Anfang bist Du nett, sprichst dann ruhig mit mir, aber als ich nach zwei Wochen nachts schlecht träumte und schrie, da hast Du mich geschimpft.

 

Ich habe das schreien aufgegeben, denn meine Familie hört mich ja doch nicht. Es ist so kalt.

 

Tagsüber geht es noch, da bist Du oft für mich da, spielst mit mir oder kuschelst mit mir, aber wenn Du arbeiten bist oder ich nachts nicht ins Schlafzimmer darf habe ich Angst - aber ich weine nicht mehr, weil Du mich schimpfst und ich verstanden habe, dass meine Familie mich nicht hören wird.

 

Ich war so glücklich, und jetzt hungere ich nach jeder Zuwendung. Wenn Du nach Haus kommst und mich streichelst, wenn du mir Futter gibst, mit mir spielst. Aber oft bist Du so abgelenkt, dass ich schon froh bin, wenn Du mich mal schimpfst. dann werfe ich absichtlich etwas runter, weil ich genau weiß, dann tippst du nicht mehr an dem komischen Ding rum sondern redest wenigstens überhaupt mit mir.

 

Manchmal bettle ich auch um Futter, nur damit Du mich mal beachtest. Aber dann machst du nur eine Dose auf, und dann bist Du schon wieder weg. Ich esse dann um mich zu trösten, aber ich werde davon wohl nur dick, aber nicht glücklich.

 

Ich bin so einsam, aber weil ich Dir nicht sagen kann, wie es in mir drin ist siehst Du es nicht.

 

als man Dir sagte, ich bräuchte einen Artgenossen, hast Du nur gesagt dem geht es doch gut, er schreit ja nicht. Ja, ich schreie nicht mehr, weil mich ja doch niemand hört. Aber innen drin, da bin ich schon ganz taub und stumpf, weil ich so einsam bin. Ich bin so taub und stumpf, dass ich lieber geschimpft werde, als gar nicht beachtet."