Haremsgruppen

Der Idealfall: ein Kastrat mit zwei oder mehr Mädels

Das ist die natürlichste und stabilste Gruppenkonstellation, in der sich die Schweine am wohlsten fühlen. Wobei ein starker, selbstbewusster, sexuell aktiver Kastrat sehr hilfreich ist, kleinere Zickereien zwischen den Damen zu schlichten. Ist der Kastrat zu jung oder zu schwach für seine Damen kann es dagegen etwas komplizierter werden, wegen Zickenkrieg oder eventuellen Eierstockzysten. Für Anfänger wäre ein Kastrat mit 2-4 Mädels sehr empfehlenswert, für Fortgeschrittene können es auch gerne 10-15 Mädels auf einem Kastraten werden.

 

Das Paar

Ein Kastrat mit einer Dame. Naja, ideal ist was anderes, aber sie kommen ganz gut klar. Oft ist hier Langeweile ein Problem, und die Tiere neigen eher zu Angst als Meeris aus größeren Gruppen.

 

einige Böcke mit mehreren Weibchen

Sehr kniffelig und Charakterabhängig. Klappt meistens nur, wenn entweder einer der Böcke die unumstrittene Chefrolle inne hat, oder wenn es gleich sehr viele Böcke sind. Manche Gruppen trennen sich auch intern - Mädels 1-10 leben mit Bock A auf der einen Seite, Mädels 11-15 mit Bock B auf der anderen Seite, es gibt nur wenige Schweine die die Gruppen wechseln und eher Kontakte zwischen den Damen, die Böcke respektieren sich und halten sich an ihr Revier. Wichtig ist hier sehr engmaschige Beobachtung und Überwachung - und ein wenig Erfahrung.

 

extrem große gemischte Gruppen

Es gibt gute Erfahrungen mit Gruppen von 5-10 kastrierten Böckchen und mindestens ebenso vielen Weibchen. Hier scheinen sich die Tiere von alleine zu arrangieren, insbesondere, wenn sie in ähnlichen Gruppen aufgewachsen sind. Aber für Anfänger ist diese haltungsform eher nicht zu empfehlen, weil es sehr schwierig ist, bei so vielen Tieren den Überblick zu behalten. Noch dazu wären Erfahrungen mit den üblichen kleineren und größeren Krankheiten sehr nützlich.

 

 

Das Bockpaar

Das ist sowas wie Plan B - wie Bock. Diese Bockgruppen sind in aller Regel stabil und auch recht zufrieden. Wirklich krachen tut es vor allem während der Rappelphase (5-12 Monate), hat man die aber überstanden leben die Böcke in aller Regel sehr friedlich weiter. Sollte es aber schon zu Beginn der Rappelphase sehr stark krachen müssen beide kastriert werden, um schlimmeres zu vermeiden.

manchmal kommt es auch vor, dass zwei Böcke gar nicht miteinander können - da hilft nur trennen und jedem Mädels gönnen.

 

Kastration ist in jedem Fall empfehlenswert - schon alleine für den Fall, dass einer stirbt und der andere trauernd und verstört zurück bleibt. genau dann einen Babybock aus dem Hut zaubern ist gar nicht so einfach, außerdem hat man dann ein hibbeliges Baby das spielen will neben einem ruhigen Opa sitzen - das ist für beide nicht schön. Vergesellschaftungen zwischen erwachsenen Böcken klappen leider nicht so oft, dafür muss der Charakter beider Tiere bekannt sein und der Halter braucht viel Erfahrung.

 

größere Bockgruppen

Kniffelig, können aber sehr schön sein. bei Böcken gilt: niemals zu dritt, besser auch nicht zu fünft. Das endet in den allermeisten Fällen damit, dass einer außen vor ist und die anderen Beiden sich gut verstehen.

Entweder also gleich 4, 6 oder noch mehr, oder man lässt besser die Finger davon.

Hängt einfach vom Charakter der Böcke ab und wie viel Sozialverhalten sie gelernt haben. Kastration sollten gemacht werden, das stabilisiert die Gruppe. Allerdings können Rappelphasen etc. jederzeit zu Problemen führen, ideal hat man da mehrere Bockguppen, mit denen man rumprobieren kann wer wo am besten mitläuft - was aber zu vielen stressigen Vergesellschaftungen führt. Es klappt eben nicht mit jedem...

Nur empfehlenswert für Halter die nicht gleich bei jedem Zähneklappern Angst kriegen, es geht eben oft ruppiger zu!

 

Reine Weiberguppen

Nicht optimal.

In freier Natur würde niemals lange eine Gruppe ohne Böcke existieren, in Windeseile würde sich irgendein Bock die Mädels schnappen und sie als seinen Harem behalten.

Weiber untereinander sind oft ziemlich zickig, teilweise mobben sie sich gegenseitig, und es fehlt eben das komplette Sexualverhalten. dadurch fehlt ihnen etwas entscheidendes. Eierstockzysten können gehäuft auftreten.

Auch wenn eine reine Weibchengruppe bisher recht harmonisch läuft - mit Kastrat ist es viel schöner, insbesondere mit einem Charakterlich passenden.

Ich kenne niemanden, der schon mal beides hatte, und es sich dauerhaft wieder ohne Kastrat vorstellen könnte.