Aggressivität und Zysten
Noch so ein unangenehmes Thema, aber ich arbeite mich mal durch.
Eierstockzysten sind ein Problem, was wohl zunehmend bei sehr vielen Weibchen auftritt. Es ist noch nicht klar warum, es gibt den Verdacht, dass Haltung ohne sexuell aktiven Kastraten die Zystenproblematik verschärft, aber Zysten kommen auch in Haltungen mit wahren Sexprotzen vor. insbesondere ältere Weibchen sind oft betroffen.
Eierstockzysten heißen: Eizellen können sich nicht ordnungsgemäß entwickeln, wodurch diese Zysten entstehen, die können sehr groß werden, Schmerzen verursachen und vor allem bringen sie den Hormonhaushalt der Schweinchen gewaltig durcheinander. Es gibt große Zysten die eher Schmerzhaft sind, und kleine fiese, die vor allem die Hormone beeinflussen.
Anzeichen sind:
Aggressivität gegenüber Artgenossen und Menschen
Bockähnliches Verhalten, also viel brommseln und Besteigen über das normale Maß hinaus
haarlose Stellen an den Flanken
tastbare knubbel im hinteren Bauchraum
im Extremfall sogar richtig sichtbare Beulen
Schmerzen im Bauchraum, harter Bauch (der kann aber auch andere Ursachen haben und sollte daher Tierärztlich abgeklärt werden)
meistens fällt es am Verhalten auf, weil die betroffenen Weibchen ziemlich am Rad drehen und sogar annehmen, sie seien selbst Böcke - und sich entsprechend anderen Weibchen und Böckchen gegenüber verhalten. Das machen die männlichen Hormone die durch die Zysten produziert werden.
Selbst wenn es aber wenig Verhaltensprobleme gibt sollten Zysten behandelt werden - dadurch dass sie ziemlich groß werden , teils größer als eine Walnuss, drücken sie im Bauchraum auf die Organe, quetschen den Darm ein und verursachen einfach Schmerzen. Im schlimmsten Fall könnten sie sogar den Darm ganz abdrücken und deswegen tödlich sein.
Behandlungsmöglichkeiten:
Operation
sehr teuer, und es ist ein riesiger Bauchschnitt nötig, deswegen auch sehr riskant. Sollte wirklich nur gemacht werden, vorher alle anderen Behandlungsmethoden erfolglos waren
Leider hat diese OP eine Folge: das Schweinchen kann danach massive Probleme mit Artgenossen bekommen, weil es eben weder nach Bock noch nach Weibchen riecht und somit irgendwo aus der Rangordnung raus fällt, selbstbewusste Schweine kommen damit zurecht, aber Tiere die von Natur aus eher unsicher und zurückhaltender sind können dadurch wirklich leiden. Noch ein Grund die Operation wo nur machbar zu vermeiden!
Punktion
dabei wird mit einer Spritze die Flüssigkeit aus den Zysten gezogen. Kann helfen, aber ggf. kommen die Zysten wieder.
Hormonspritzen
Helfen in aller Regel recht gut, müssen aber regelmäßig wiederholt werden und sind nicht ganz billig auf die Dauer, können Krebs auslösen.
Ovaria
naturheilkundliches Präparat, dass bisher beste Erfolge hat. es wird dabei im Abstand von erst nur 1-2 Tagen, später mit größeren Abständen 0,1-0,3ml der Tropfen ins Mäulchen eingegeben - das ist meistens völlig problemlos und wird gerne angenommen. Der Abstand zwischen den Gaben kann je nach Fortschritt auf bis zu wöchentlich ausgedehnt werden, man merkt ja wie sich das Verhalten entwickelt und der Tierarzt kann ertasten wie die Größe der Zysten ist - oft bilden sie sich sehr schön zurück Richtung Erbsengröße. Bisher habe ich über diese Option nur das allerbeste gehört.
Der größte Vorteil an Ovaria ist auch der Preis - die Behandlung muss zwar lebenslang fortgesetzt werden, aber bei einem Behandlungspreis ja nach Bedarf von 30 Cent bis einem Euro pro Woche kann man sich das ja wirklich gut leisten. wer mit der Flüssigkeit nicht zurecht kommt oder diese nicht auftreiben kann findet in der Apotheke unter dem gleichen namen auch Globuli von Firma Wala, funktioniert auch.
Auch hier gilt: nicht auf eigene Faust losbehandeln sondern den Tierarzt überprüfen lassen, ob es überhaupt Zysten oder andere Störungen an den Eierstöcken sind. Schlägt dieser eine Behandlungsoption vor, die man lieber vermeiden möchte kann man ihn ja auf eine Alternative ansprechen. Nachdem viele Tierärzte damit selber noch nicht so erfahren sind oder auch selbst schon feststellen mussten wie riskant Operationen sind freuen sie sich sogar oft, wenn man ihnen berichtet, welche Erfolge ihre Kollegen mit Ovaria verzeichnen konnten.