Zweige sind immer eine willkommene Ergänzung im Speiseplan Zweige sind immer eine willkommene Ergänzung im Speiseplan

 

 

Meerschweinchen fressen Heu, Heu und nochmals Heu, es sollten mindestens 50 Gramm am Tag sein, und es darf nie ausgehen. Dazu gibt es frisches Wasser zur freien Verfügung, ob Nippelflasche oder Napf ist dabei Typ Frage der Meerschweinchen - manche bevorzugen eben eines, andere das andere.

 

Dabei gibt es verschiedene Heusorten, verschiedene Wiesen, ersten und zweiten Schnitt - es empfihelt sich, nicht immer nur eine Sorte zu verfüttern, sondern gelegentlich mal etwas anderes anzubieten, um Schwierigkeiten zu vermeiden, wenn man mal die gewohnte Sorte nicht bekommt.

Heu wird am besten luftig und trocken gelagert, sollte nicht länger als zwingend nötig in Plastiktüten stecken. Wer sein heu komplett in der Wohnung lagert muss mit Insekten rechnen!

 

 

 

 

Das ideale Frischfutter ist Gras - daher solange es draußen wächst sollte es auch genutzt werden - wer Wiesen die nicht allzu sehr von Hunden genutzt werden in der Nähe hat darf über den Frühling ruhig täglich sammeln!

 

Frischfutter ist auch täglich zu geben, ca. 70-100 Gramm pro Meeri am Tag ist das absolute allerunterste Minimum - gerne genommen werden Gras, Maisblätter, Karotten, Sellerie, Tomaten, Gurken, Fenchel, Rote Beete und Paprika. Obst und Rote Beete bitte nur in geringen Mengen verfüttern, nicht mehr als die halbe Tagesration und nicht öfter als jeden zweiten Tag, wegen des hohen Säuregehalts fördert Obst Lippengrind.

Eine Gemüseration darf gerne aus mehreren Sorten bestehen, das beugt einseitiger Ernährung vor!

Allerdings sollten es auch keine 10 Sorten werden, sonst suchen die Tiere zu sehr ihr Lieblingsfutter aus oder die empfindliche Verdauung wird gar zu überlastet.

 

Die ideale menge liegt so bei 150g pro Nase und Tag. Gibt man erheblich mehr riskiert man Verdauungsprobleme, gibt man drastisch weniger können die tiere abnehmen.

 

 

 

Nicht verfüttert werden sollten:

 

Brot. Macht dick und ist schlecht für Zähne und Verdauung. Wurde früher empfohlen, hat sich aber überholt.

 

Kohl und alles was damit zu tun hat (Blumenkohl, Rotkohl, Chinakohl...). Verursacht Blähungen, kann höchstens ganz vorsichtig angefüttert werden - aber es gibt sinnvollere günstige Futtermittel im Winter, Karotten sind ganzjährig bezahlbar.

 

Zwiebeln und Lauchgewächse. Sind giftig für Kleintiere.

 

Süßigkeiten für Kleintiere, z.B. Drops und Knabberstangen. Enthalten Zucker, sind schlecht für die Zähne, machen dick und können ernsthafte Verdauungsprobleme verursachen - diese Dinge werden für die Menschen gemacht die sie kaufen, die Meeris freuen sich viel mehr über Fenchel, Gurken oder Basilikum.

 

Salz- und Mineralsteine, Nagesteine etc. sind schädlich. Die wurden aus der Haltung von Großvieh übernommen - nur brauchen Meerschweine weniger Salz und Mineralien, sie nehmen weitaus genug über die normale Nahrung auf. Sie führen deswegen zu Harngries und Nierenproblemen. Unsere Tiere leben seit Jahren wunderbar ohne solches Zubehör.

 

Menschliches Essen, Zimmerpflanzen, Kräuter und Pflanzen die man nicht kennt und von denen man nicht weiß ob sie giftig sein könnten. Unter den Links findet man mehrere informative Seiten, die genauere Futterlisten anbieten.

 

 

 

 

Trockenfutter

 

Trockenfutter ist als Leckerchen anzusehen, man kann alle paar Tage einen Esslöffel pro Tier geben - größere Mengen oder häufiger gibt es Trockenfutter aber nur für Meeris die abgenommen haben, sehr dünn, jung oder trächtig sind.

Trockenfutter ist gut für den Mineralstoff - und Vitaminhaushalt der Meeris, daher verzichte ich nicht ganz darauf - allerdings sollte man das Gewicht der Schweine im Auge behalten. Was gar nicht geht ist der stets gefüllte Trockenfutternapf, der provoziert nur Übergewicht und Zahnprobleme. Ebenso stellt der hohe Kalciumgehalt ein Problem dar, was Blasengries angeht.

 

Dabei gibt es zwischen den verschiedenen Sorten große Unterschiede:

 

 

Handelsübliches Trockenfutter besteht aus Getreidekörnern und pelletiertem Getreide. Es wirkt sehr sättigend und kann Verdauungs- und Zahnprobleme hervorrufen. Eine naturnahe Ernährung ist das nicht - man kann sich denken, dass die Tiere in den peruanischen Anden keine Getreidefelder finden werden. Es macht in erster Linie dick und träge.

 

 

 

Eine Mischung als Wiesengraspallets, getrocknetem Gemüse und getrockneten Kräutern - fördert den Zahnabrieb und reguliert die Verdauung positiv, wird dabei aber ebenso gerne gefressen. So sieht gesundes Meerschweinchenfutter aus - als gesunde Ergänzung von Heu und Frischfutter. Aber bitte auch nur als Leckerchen!

 

Unsere Mischung kommt von www.kellis-tiershop.de

 

Es gibt auch verschiedene gut geeignete pelletierte Trockenfuttersorten, hierbei ist aber auf die Zusammensetzung zu achten - teilweise sind sie sehr getreidelastig oder mit Melasse zusammen geklebt, was natürlich ungünstig ist.

 

 

 

 

Krankheiten, die durch die Ernährung beeinflusst werden können:

 

 

 

Zahnprobleme:

füttere ich viel und oft Trockenfutter oder auch gar zu viel Gemüse, fressen meine Schweine vor allem davon Unmengen. Dadurch sind sie aber satt und fressen deswegen weniger Heu - Heu ist aber zwingend notwendig für die Abnutzung der Backenzähne. Das Einzige was auf die Zahnabnutzung eine ähnlich positive Wirkung hat ist frisches Gras (durch die Enthaltene Kieselsäure).

 

Ebenfalls durch das verfüttern minderwertigen, wenig wohlschmeckenden Heus: die Schweine fressen weniger Heu, dadurch nutzen sich die Zähne weniger gut ab.

 

Über die Zeit, nach einigen Monaten oder gar Jahren kann es bei Schweinen dann so weit kommen, dass die ständig nachwachsenden Zähne eben so lang sind, dass sich Spitzen bilden, die beim Kauen Schmerzhaft sind - dadurch frisst das Schwein noch weniger Heu, auf dem es viel herum kauen muss, das Problem verschärft sich und man hat ein echtes Zahnproblem.

 

Natürlich gibt es auch Schweine mit angeborenen Fehlstellungen und zu schnellem Zahnwachstum, aber es gibt auch viele Fälle, in dem die Zahnprobleme hausgemacht sind.

 

Als Früherkennung sollte man Wöchentlich die sichtbaren Zähne kontrollieren: sie sollten gerade und gleich lang sein, sind sie schief oder abgebrochen sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Schief abgenutzte Schneidezähne deuten oft auf Probleme an den Backenzähnen hin.

 

Salzlecksteine

 

Diese werden leider immer noch im Zoohandel jedem mitgegeben, obwohl sie mehr Schaden als Nutzen anrichten können.

 

Tiere leben normalerweise in der Wildnis, wo Salz nicht einfach so rumliegt - wir Menschen müssen es ja auch aufwändig aus Bergwerken oder Meerwassertrocknungen holen. Findet ein Tier also Salz nimmt es gleich auf Vorrat auf - es weiß ja nie, wann es wieder welches findet. Salz schmeckt Tieren deswegen auch gut.

 

Hat ein Tier nun einen Salzleckstein in seinem Käfig schaffen sich manche ein nettes Hobby an - Salz lecken - trinken - Salz lecken - trinken - Salz lecken... nach wenigen Tagen auf diese Weise sind die Nieren geschädigt bis hin zum tödlichen Nierenversagen.

 

Hat jemand nun den Eindruck, gerade sein Tier hätte einen Salzmangel (menschliche Haut ablecken über ein normales Maß hinaus, Augen lecken bei Tieren die dort nicht gerade Hautpilz haben etc.) kann er diesem Tier für 10 Minuten einen Salzleckstein rein legen, etwa alle 2-4 Wochen. Das ist das Maß an Salz was Tiere ohne Schaden aufnehmen können und was Nutzen bedeutet - nicht Schaden.