Verschiedene Tierarten unter einem Dach
Hund und Katze: wahlweise schon im Jugendalter aneinander gewöhnen oder ein Hund der allgemein Katzen mag. Wichtig ist es vor allem am Anfang der Katze genug Rückzugsmöglichkeiten zu bieten und die Möglichkeit, oberhalb der Reichweite des Hundes zu allem wichtigen zu gelangen - dem Futter, dem Klo und dem Kuschelpartner Mensch. Manche Hunde haben eine Vorliebe für Katzenfutter oder den Inhalt des Katzenklos - also außerhalb vom Bellos Reichweite aufstellen!
Auch wenn die Tiere sich schon gut kennen sollte Mensch doch zumindest beim Füttern wachsam bleiben.
Hund und Katze mit anderen Tieren:
Hunde kann man erziehen. Sollte der Hund in irgendeiner Form übermäßiges Interesse an anderen Hausgenossen zeigen sollte er konsequent erzogen werden - allgemein können Hunde aber sehr gut lernen, dass die Meerschweinchen, Mäuse oder Vögel den Menschen gehören - ebenso wie die Schuhe keine Kauknochen sind. Aber auch wenn man den Hund schon jahrelang hat sollte er doch in der Abwesenheit seiner Menschen keinen Zugang zu den anderen Haustieren haben!
Katzen zu erziehen ist schwieriger, daher sollte man von Anfang an beobachten, ob die Katze Jagdverhalten zeigt. Ist sie kaum zu bremsen sind die kleinen Hausgenossen vielleicht die Falschen für sie, oder man sollte sich für eine ruhigere Katze entscheiden - oft sind etwas ältere Katzen da erheblich einfacher.
Will man weder auf die eine, noch auf die andere Tierart verzichten muss eine sichere räumliche Trennung her - also Kleintiere in einen Raum und Tür zu. bei intelligenten Hunden und Katzen bitte entweder abschließen oder die Türklinke nach unten gedreht anbringen, damit sie sie nicht öffnen können - und in Abwesenheit ihres Menschen eine kleine Party mit ihren Mäusen veranstalten. Käfige sind nicht sicher, heruntergeworfen sind sie oft schnell, und besonders geschickte Tiere können auch das Türchen öffnen. Katzen dagegen pföteln einfach durch die Gitterstäbe - oder erschrecken allein durch ihr Jagdverhalten die Wellensittiche zu Tode.
Egal ob ihr Raubtier allgemein ganz gut mit der potentiellen Beute auskommt: sind die Menschen nicht da gehören sie getrennt. Bello liegt an Abwesenheit seiner Menschen auch gerne auf dem verbotenen Sofa - möglicherweise packt ihn da auch der Jagdtrieb.
Ist eine räumliche Trennung dauerhaft notwendig sollte man auch Bello und Mietz nicht vernachlässigen und auch mit denen ausreichend viel Zeit verbringen!
Gemischte Wohngruppen
Funktionieren als einziges zwischen Meerschweinchen und Kaninchen, manchen Mäusearten und bestimmten Vögeln! Aber: langsam aneinander gewöhnen und bedenken: das Vorhandensein einer anderen Tierart ersetzt nicht den artgleichen Partner.
Es muss konsequent Beobachtet werden: sind die Meerschweinchen vielleicht in Gefahr, wenn die Kaninchen ihre "wilden zehn Minuten" haben und sich austoben wollen? Gibt es Streit ums Futter? Ist eine Häsin scheinschwanger, weil sie die Meeris als Babys ansieht? Bedrängt ein Rammler die Meerschweine zu sehr?
Bei geringstem Verdacht von Konflikten muss sofort getrennt werden! Meeris und Kaninchen können sich gegenseitig schwer verletzen oder sogar töten - ob durch Absicht oder einen Unfall (etwa weil Hoppel unglücklicherweise auf ein Schweinchen gesprungen ist).
Bei Mäusen kann man bestimmte Arten vergesellschaften, das braucht aber viel Platz, etwas Erfahrung und ein langsames vorgehen. Eine sehr gute Infoseite über Mäuse ist: http://www.das-maeuseasyl.de
Andere Tierarten dürfen nicht zusammen gehalten werden. Hamster, Ratten und Gerbils sind sehr territorial und würden einen Eindringling angreifen und beißen. auch beim Freilauf darf es zu keinen Begegnungen kommen!
Chinchillas, Degus, Meerschweinchen etc. sind zwar weniger aggressiv, können sich aber im Zuge von Missverständnissen angreifen. Auch die stark unterschiedlichen Bedürfnisse in der Ernährung können tödlich enden - etwa wenn ein Chinchilla zu viel Zucker und Fett durch das Meerschweinchenfutter aufnimmt.
Vögel und Säugetiere nehmen sich eher als Gefahr wahr und erschrecken stark, Selbstverständlich sollte auch kein Kot auf andere Tiere fallen. Es kann auch durchaus zu Attacken oder auch gar nicht böse gemeinten Verletzungen kommen - wenn etwa ein Vogel auf der Suche nach Nistmaterial sich am Fell eines Meerschweinchens vergreift und eben anfängt es zu rupfen. Für Vögel wiederum können die Ausscheidungen anderer Tiere gefährlich werden.
Also: mehrere Tierarten gehören nicht zueinander in einen Käfig und sollten sich auch beim Freilauf nicht über den Weg laufen.
Verschiedene Tierarten ohne Kontakt
Wenn die Tiere nicht zusammen treffen, auch nicht beim Freilauf, kann man alle Tierarten halten die man möchte - natürlich sollte man dabei aber peinlich genau drauf bedacht sein, dass die muntere Frettchenbande niemals auch nur bemerkt, was für nette Beute einen Raum weiter lebt. Ebenso wie die Ratten nicht mal eben kurz ins Auge einer Schlange blicken sollten.
Bei vielen Tierarten empfehlen sich getrennte Zimmer (insbesondere beider Kombination von Raubtieren und potentieller Beute), wogegen sich ein Hamster eher nicht an Mäusen oder Meerschweinchen ein paar Meter weit weg stört.