Das Wichtigste:
- Käfig so groß wie möglich, mindestens 100x50x50cm für zwei kleinere Vögel
- Naturholzstangen und Äste sind besser als fertige Stangen
- täglich mehrere Stunden Freiflug
- Futter das für die Vogelart gedacht ist verfüttern - kein Sittichfutter für Kanarienvögel!
- frisches Wasser und Futter täglich geben - ggf. kommen die Vögel unter einer dicken Schicht Spelzen nicht mehr an die Körner heran
- nicht einzeln halten
- vor dem Kauf gründlich über die Vogelart informieren und am besten mal "Probehören" - mache Vögel sind sehr laut.
Käfig
der Käfig kann gar nicht groß genug sein. Absolutes Minimum sind 80cm Länge für kleine Vögel wie Kanarien, 120cm für größere Sittiche. Papageien sollten gleich ein Zimmer zur Verfügung bekommen, Achtung, sie machen viel kaputt. Käfige sollten hell und nicht zugig stehen und unbedingt Eckig sein - Rundungen können schwer eingeschätzt werden und zu Verletzungen führen. Das Gitter ist ideal Dunkel - es solle nicht spiegeln oder weiß lackiert sein, das können Vögel schlecht sehen, Unfälle sind wahrscheinlich.
Den Käfig kann man gut mit Zweigen aus der Natur einrichten oder mit Sitzstangen aus Naturholz. Zu regelmäßige Stangen können zu Fußschäden und Abszessen führen. Nicht zu voll stopfen - Vögel wollen auch fliegen können, nicht nur hüpfen.
Freiflug
muss zusätzlich mehrere Stunden täglich gewährt werden. Wobei neue, ungeübte Vögel erst mal im Käfig bleiben sollten, da sie sich leicht verletzen. Auch bei eingewöhnten Vögeln sollte man besser dabei bleiben und sie im Auge behalten - leicht klettert einer in den Spalt hinter einem Schrank und kommt nicht mehr raus, verletzt sich weil er wo gegen fliegt oder versucht in einer Vase zu baden - und kommt nicht mehr raus. Verlockende Fallen wie Wassereimer und Blumenvasen sollte man vorher Weg stellen.
Ganz wichtig sind Vorhänge vor den Fenstern, damit die Vögel nicht versuchen durch zu fliegen, und die Fenster nicht auf Kipp stellen oder gar offen lassen.
Verhalten
Vögel leben in aller Regel zu mehreren. Bei den meisten Arten funktioniert ein Pärchen am besten. Einzelhaltung resultiert in Ohrenbetäubendem Geschrei oder Gesang, mit dem ein Partner angelockt werden soll, und sehr neurotischem Verhalten. Sehr wichtig ist dabei auch, keine handaufgezogenen Vögel zu nehmen - die sind fälschlich auf den Menschen geprägt, suchen sich einen als Geschlechtspartner, der dann furchtbar vermisst wird und sie neigen dazu, andere Menschen die sich ihrem Partner näher brutal zu vertreiben.
Je nach Vogelart kann man Pärchen oder auch größere Schwärme halten hier sollte man sich vorher informieren und auch den Geräuschpegel beachten - wo Kanarien melodisch bei erträglicher Lautstärke singen machen Nymphen- oder Wellensittiche einen Ohrenbetäubenden Radau. Kein Nachbar im Mietshaus wird einen Schwarm von 10 Nymphen beliebig lange ertragen.
Nisten
Vögel legen Eier. Je nach Art kann man das verhindern indem man keine Brutgelegenheit gibt - oder man lässt sie legen und ersetzt dann die Eier gegen Kunststoffeier. Normalerweise geben die Vögel das Nest nach einiger Zeit wieder auf. Es gibt im Handel Nestvorlagen, Nistkästen sowie Nistmaterial zu kaufen.
Will man selber Nachwuchs: Vögel sind nicht süß als Nestlinge, sondern nackt und blind. Sie müssen bis nach der Jugendmauser ca. 6-9 Monate beim Züchter bleiben, aber ggf. von den Eltern schon vorher getrennt werden. Abnehmer für die Jungen finden sich ebenso wenig leicht wie bei anderen Tieren.
Ernährung
Es gibt für nahezu jede Vogelart passende Futtermischungen. Zusätzlich bekommen sie 1-3 mal die Woche ein Blatt Salat oder ein Stückchen Apfel, in der Mauser mehr Gurke und Karotte - bei zu viel Frischfutter gibt es Durchfall. von den Körnern bekommen sie jeden Tag so viel wie sie fressen, bleibt viel über am nächsten Tag weniger, fressen sie alles eben mehr geben. Vorsicht mit Kolbenhirse und Knabberstangen - die machen dick. Achtung, im Napf bleiben oft Spelzen zurück, die sollte man nicht für Futter halten. Wird ein Vogel dick, fliegt er weniger sondern läuft nur noch, muss man ggf. auch die Rationen verringern, damit er abnimmt.
Auch Wasser gehört zur Ernährung, täglich frisch aus einem Spender und im Vogelbad. Wobei Spender bzw. Bad regelmäßig entkalkt werden müssen und öfter mal eine tag ganz trocknen - sind sie immer in Verwendung können sich Keime festsetzen.
Ja nach Art gibt es noch für jeden Vogel seine Besonderheiten die man bitte in entsprechenden Internetforen nachfragen sollte. So sollte man Prachtfinken eher nicht frei fliegen lassen weil sie nicht mehr freiwillig in den Käfig gehen, werden Kanarien selten handzahm und gibt es Papageien die mehr oder weniger Sprachbegabt sind - und andere, die lieber nur Geräusche wie etwa das Telefon imitieren.