Das wichtigste:

- Käfig Minimum 100x50cm für einen Hamster - Aquarien mit Gitterdeckel sind oft besser geeignet

Dies ist aber auch wirklich als allerunterste Schmerzgrenze anzusehen - mehr Platz wäre deutlich zu bevorzugen, etwa 1qm für einen Hamster.

 

- beim Hamsterfutter den Anteil an tierischem Eiweiß beachten

 

- artgerechte Laufräder haben einen Durchmesser von 20cm für Zwerghamster und 30cm für Teddy- und Goldhamster

 

- nur Einzeln halten, Kontakte zwischen Hamstern unbedingt vermeiden

 

- täglich frisches Wasser und Körnerfuttermischung

 

- mehrmals die Woche ein wenig Gemüse - aufpassen dass es nicht gebunkert wird und dabei verdirbt

 

- nur alle 3-6 Wochen misten, das ist großer Stress - wenn man etwas riecht wird es Zeit.

 

- Hamster sind nachtaktiv und daher für Kinder ungeeignet - erst wenn die Halter bis 22 Uhr wach bleiben macht Hamsterhaltung einen Sinn!

 

 

In der Natur legen Hamster jede Nacht weite Strecken für die Nahrungssuche zurück - wirklich gerecht werden kann man ihnen als Haustiere nicht wirklich. Wenn Sie also überlegen, einen Hamster anzuschaffen: es gibt Tiere, die besser als Haustier geeignet sind, zum Beispiel Farbmäuse, einige exotische Mäusearten, Wühlmäuse oder Lemminge.

 

vielen Hamstern wird der Ruf des pflegeleichten Kindertieres zum Verhängnis, sie enden in kleinen Käfigen und zeigen dort stereotypes Verhalten. Wirklich frei von Verhaltensstörungen sind sie wohl erst ab 1m² Käfigfläche.

 

 

 

 

Diese Studie zeigt, dass sogar die von Hamsterhaltern empfohlenen Käfiggrößen immer noch erheblich zu klein sind.

 

http://www.ths.vetsuisse.unibe.ch/lenya/housing/live/publications/Diss_Fischer.pdf

 

Und einige Auszüge:

 

"...befasst sich mit dem Verhalten und mit weiteren Parametern bei Goldhamstern auf verschieden großen Grundflächen. Mit Hilfe von Videoaufnahmen wurde das Verhalten von 60 weiblichen Goldhamstern, die in drei Durchgängen à 15 Hamster während 13 Wochen in Käfigen mit vier verschiedenen Grundflächen (1’800 cm2, 2’500 cm2, 5’000 cm2, und 10’000 cm2) einzeln gehalten wurden, verglichen und auf ihre Tiergerechtheit geprüft. Alle Käfige waren mit einem Holzhäuschen, einem Laufrad, einem Sandbad, Futterschale, Trinkflasche, Ästen, Heu, Papiertüchern und einer Kartonrolle eingerichtet. Die Laufradaktivität wurde rund um die Uhr registriert. Eingestreut wurden die Käfige mit Hobelspänen, die 15 cm hoch eingefüllt wurden"

 

"In den vier Käfiggrößen konnten keine signifikanten Unterschiede in der Laufradaktivität festgestellt werden. An den zwei Tagen nach den Stress-Prozeduren liefen die Hamster signifikant länger im Laufrad als an den zwei Tagen vor dem Stress und während dem Stress. Stereotypes Gitternagen, häufig als ein Indikator für ungenügende Haltungsbedingungen verwendet, wurde in allen vier Käfiggrößen beobachtet. Mit zunehmender Käfiggröße haben die Frequenz und die Dauer von stereotypem Gitternagen signifikant abgenommen. Die erhöhte Plattform auf dem Holzhäuschen wurde vermehrt von Hamstern aus den kleinen Käfigen genutzt. Dies könnte durch ein größeres Bedürfnis nach zusätzlichem Platz erklärt werden. Die Gewichtszunahme bis zum Projektende war signifikant höher je kleiner der Käfig, beruhte aber nicht auf einem höheren Fettansatz der Tiere. Da sich die Hamster jedoch noch im Wachstum befanden, besteht die Möglichkeit, dass die überschüssige Energie zu einem späteren Zeitpunkt zu verfetteten Tieren führen könnte.

 

Aus den Resultaten schließen wir, dass ein Käfig von 10’000 cm2 oder grösser für Goldhamster zu empfehlen ist. Die Käfige können zudem mit mehr Strukturen angereichert werden, so dass die Hamster mehr Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Eine tiefere Einstreu ist ebenfalls zu empfehlen, wie aus der parallel durchgeführten Dissertationsarbeit von A. Hauzenberger (2005) entnommen werden kann. Zusätzlich empfehlen wir, dem Goldhamster ein Sandbad zur Verfügung zu stellen, da es von allen Hamstern, unabhängig von der Käfiggröße, sehr häufig genutzt wurde und für ihr Wohlbefinden von Bedeutung zu sein scheint."

 

Käfiggröße 1: 32 cm x 57 cm x 45 cm

Käfiggröße 2: 44 cm x 57 cm x 45 cm

Käfiggröße 3: 95 cm x 57 cm x 45 cm

Käfiggröße 4: 105 cm x 95 cm x 45 cm

 

je kleiner der Käfig desto länger und häufiger wurde stereotyp am Gitter genagt!

 

"Wire gnawing of hamsters in the present study was considered to be stereotypic because it was repetitive, invariant and was performed at a particular spot on the wire top of the cage (similarly in mice, Würbel et. al. 1996). Additionally it was without function because wire gnawing was considered to develop from outside directed exploration, which, after a steady ineffectiveness, no longer contributed to exploration."

 

Quelle:

Vetsuisse - Fakultät der Universität Bern

Behaviour of golden hamsters (Mesocricetus auratus)

kept in four different cage sizes

Katerina Fischer

2005

 

Jetzt mal ganz ernsthaft zur Gruppenhaltung von Zwerghamstern.

 

In freier Wildbahn leben Zwerghamster nicht Einzelgängerisch, sondern in lockeren Verbänden. Wohl phasenweise auch alleine, aber meistens in Gruppen.

 

Einzelhaltung ist keine Tierquälerei, aber auch nicht die natürliche Lebensform.

 

Das Problem ist: Zwerghamster aus Zooläden (und somit auch Notfälle und Nachzuchten von Zooladenhamstern) werden in erster Linie nach Masse, Farbe und Zutraulichkeit gezüchtet, nicht nach Sozialverhalten. Dadurch hat sich über die Jahre eingebürgert, dass kaum mehr Zwerghamster aus den üblichen Quellen mehr zum gruppenleben taugen. Campells wohl noch am ehesten, Dschungaren am allerwenigsten von den üblichen zwerghamsterarten.

 

Es gibt aber mittlerweile auch in Deutschland Zuchtlinien, die von Wildfängen abstammen und die auf gutes Sozialverhalten hin gezüchtet wurden und sich daher auch in Gruppen verstehen. zwar nicht in tollen Farben und Megazutraulich, aber dafür eben Gruppentauglich.

 

Voraussetzung ist aber sehr viel Platz - Minimum das doppelte der üblichen Empfehlungen - mehrere Futterstellen. mehrere Häuschen und sehr engmaschige genaue Beobachtung - und Bereitschaft jederzeit zu trennen. Die Tiere sollen sich ab Babyalter kennen und nie getrennt werden.

 

Es bleibt also etwas sehr kitzliges und mit Zooladen- oder Nottieren sollte man derartige Experimente lassen - weil die eben nicht dafür gezüchtet wurden und gar zu oft aus heiterem Himmel einander halb tot beißen.